Fachwörterbuch Flüssigboden


Hier werden Begriffe aus dem Bereich der Flüssigbodenherstellung erklärt und
in den richtigen Zusammenhang gebracht.

Die Wortart steht (abgekürzt) nach dem zu übersetzenden Wort, z. B. Adjektiv = ADJ, Adverb = ADV, Pronomen = PRON, Substantiv = S ...

 

Adhäsion: S Anziehung (Schwerkraft)

  • Adhäsionskräfte halten Moleküle unterschiedlicher Phasen bzw. Materialien, z. B. Glas und Wasser, zusammen. Beim Flüssigboden ist die Adhäsion nur im unverfestigten Zustand relevant für die Bildung der Gleitschichten aus Wasser und
    damit für die spätere Bildung der Oberflächen oberflächenschützenden Schichten relevant.

   04.05.2017

Beschleuniger: S Aktivator (Chemie)

  • Als Beschleuniger werden derzeit meistens hydraulische Beschleuniger verwendet. Andere Materialien sind als Beschleuniger ebenfalls geeignet, jedoch momentan wirtschaftlich meist noch erheblich ungünstiger. Hydraulische Beschleuniger sind Zemente, die einen geeigneten und speziell erforderlichen Hydratationsverlauf aufweisen. Sie entziehen, zu einem zeitlich
    definierten Zeitpunkt, dem zugesetzten Plastifikator Zugabewasser. Dadurch werden die Gleitschichten abgebaut und Reibkräfte entstehen an den Grenzschichten der Bodenpartikel der Flüssigbodenmatrix. Folglich wird das vormals fließfähige Material plastisch. Danach wird das restliche Zugabewasser vom ebenfalls dem Prozess zugeführten Stabilisator dauerhaft  aufgenommen und gebunden.

   04.05.2017

Bundes-Bodenschutzgesetz (BBodSchG): S (Recht)

  • Es ist ein 1999 in Kraft getretenes bundesdeutsches Gesetz, das zusammen mit den Bodenschutzgesetzen der Länder den Hauptteil des bundesdeutschen Bodenschutzrechts bildet. Forderung seit 2012: uneingeschränkte Wiederverwendung des Bodenaushubs und 70% Wiederverwendung für nicht gefährliche Bau- und Abbruchabfälle.

   04.05.2017

Compound: S (Chemie)

  • Mischung aus verschiedenen Schichtmineralien, für die jeweilige Anwendung (Wärmeableitung, Immobilisierung, ...).

   04.05.2017

CSH Phase:

  • Calcium Silikat Hydrat Phase, bei der Zementhydratation entstehend. Diese CSH-Phasen wachsen in Form dünner, sich
    verstrebender Folien, so dass der Baustoff fest wird.

   04.05.2017

CAH Phase:

  • CAH Phase: Calcium Aluminat Hydrat Phase

   04.05.2017

Eluat:

  • von lateinisch eluere „auswaschen“) Durch auswaschen/spülen ausgelöster Stoff aus einer, meist, festen Substanz. Dabei wird eine mobile Phase (z. B. Wasser) an einer festen Phase (z. B. Boden) vorbeigeführt (Ausspülung). Die hierbei ausgelöste Substanz wird als Eluat bezeichnet.

   04.05.2017

Fernwärme: S

  • Ist die Bezeichnung für eine Wärmelieferung zur Versorgung von Gebäuden mit Heizung und Warmwasser. Der Transport
    der thermischen Energie erfolgt in einem wärmegedämmten Rohrsystem, das überwiegend erdverlegt ist, teilweise werden jedoch auch Freileitungen verwendet. Fernwärme versorgt vor allem Wohngebäude neben Heizung auch mit Warmwasser, indem die Wärme vom Erzeuger oder der Sammelstelle zu den Verbrauchern geleitet wird. Unter Fernheizung
    wird die Erschließung ganzer Städte oder Stadtteile verstanden. Bei der örtlichen Erschließung einzelner Gebäude, Gebäudeteile oder kleiner Wohnsiedlungen mit eigener Wärmeerzeugung spricht man auch von Nahwärme. Technisch und juristisch ist in allen Fällen Fernwärme die korrekte Bezeichnung. Hier helfen Flüssigbodenanwendungen mit gezielter Ausbildung von definierten Reibkräften, die dauerhaft wirksam sind. Diese werden durch umfangreiche Prüfungen ermittelt und definiert.
    So wird auch eine Optimierung der Rohrstatik ermöglicht.

   04.05.2017

FGSV:

  • Die Forschungsgesellschaft für Straßen und Verkehrswesen (FGSV) ist ein gemeinnütziger technisch-wissenschaftlicher Verein.
    Sie wurde 1924 gegründet. Das Hauptziel der FGSV ist die Weiterentwicklung der technischen Erkenntnisse im gesamten Straßen- und Verkehrswesen. Dabei wirken Verwaltung, Wirtschaft und Wissenschaft zusammen. Sie entsenden insgesamt über 2.100 Mitarbeiter in die zahlreichen Fachgremien. Die Gremien der Forschungsgesellschaft sind für die Aufstellung und Fortschreibung des Technischen Regelwerks in den Bereichen Straßenbau, Straßenverkehrstechnik und Verkehrsplanung verantwortlich. Dabei werden die jeweils neuesten Erkenntnisse aus Forschung und Praxis berücksichtigt. Einige der Gremien fungieren in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Institut für Normung (DIN).

   04.05.2017

Flüssigbodenverfahren: S

  • Herstellungsprozess (Tiefbau) Dieses Fertigungsverfahren ermöglicht es, beliebige Arten von Bodenaushub, industriell hergestellte und natürliche Gesteinskörnungen, sowie andere mineralische Stoffe zeitweise fließfähig zu machen,
    selbstverdichtend wieder einzubauen und dabei bodenähnliche bis bodengleiche Verhältnisse im bodenmechanischen und bodenphysikalischen Sinn wiederherzustellen.

   04.05.2017

Friktion: S Reibung (Physik)

  • ist die Eigenschaft, eine Bewegung zu hemmen, die zwischen sich berührenden Festkörpern oder Teilchen auftritt. Man unterscheidet zwischen äußerer Reibung zwischen sich berührenden Grenzflächen von Festkörpern und innerer Reibung zwischen benachbarten Teilchen bei der Verformung von Fluiden und Festkörpern bzw. beim Fließen von Stoffen. Letztere ist für das Flüssigboden-Verfahren als technologisch relevante Eigenschaft nutzbar, aber auch Teil der Kraft, die die Fähigkeit der Aufnahme von Belastungen beim Boden ausmacht.

   04.05.2017

Grabenbreite: S

  • zulässige Breite ermittelt auf Grund einer statischen Bemessung (Tiefbau) wird in der DIN EN 1610 festgelegt. Bei der Verlegung in Flüssigboden, kann die in der DIN EN 1610, 6.2.2 festgelegte Mindestgrabenbreite unterschritten werden. Denn: Punkt 6.2.3 der DIN EN 1610 „...wenn Personal den Graben niemals betritt, z. B. bei automatisierten Verlegetechniken“ nimmt Bezug
    auf Verlegetechniken, die ein Betreten des Grabens vermeidbar machen, wie sie bei Einsatz des Flüssigbodenverfahrens und der dazugehörigen technischen Hilfsmittel (Rohrverlegehilfen) nutzbar werden.

   04.05.2017

Grundbruch: S Wegbrechen von Boden (Bodenmechanik)

  • Als Grundbruch wird in der Bodenmechanik ein seitliches Wegbrechen des Bodens durch zu große Krafteinwirkung bezeichnet. Wobei der Boden oft entlang einer Gleitfuge verdrängt wird. Ursache für den Vorgang ist das Überschreiten der Scherfestigkeit, welche die Widerstandsfähigkeit des Bodens beschreibt.

   04.05.2017

Hoch-/Höchstspannungskabel:

  • Kabel für den Spezialbereich ab 110 KW aufwärts für die Stromübertragung direkt vom Kraftwerk zu den Hauptverteilernetzen.

   04.05.2017

Immobilisierung: S Verfestigung/räumliche Fixierung von Schadstoffen (Chemie)

  • Verfahren zur Immobilisierung von Schadstoffen verringern oder unterbinden Emissionen dieser Schadstoffe in die Umwelt. Eine Eliminierung oder Zerstörung der Schadstoffe findet dabei in aller Regel nicht statt. Hier kann Flüssigboden, mit entsprechend eingestellten Eigenschaften, dauerhaft zum Schutz von Boden und Grundwasser gegen die Bildung schädlicher Eluate aus kontaminierten Böden eingesetzt werden.

   04.05.2017

Inkompressibilität:

  • bezeichnet die Eigenschaft eines Stoffes, unter Druckeinwirkung keine Volumenänderung aufzuzeigen, sich also nicht
    komprimieren zu lassen. Das Volumen besteht hierbei aus immer derselben Anzahl von Teilchen. Alle realen Materialien sind kompressibel. Festkörper und Flüssigkeiten sind gegenüber Gasen nahezu inkompressibel und werden zur mathematischen Vereinfachung gegenüber Gasen als inkompressibel betrachtet. Inkompressibilität steht also für die Näherung
    eines unendlich hohen Kompressionsmoduls. Inkompressible Körper erfahren durch Druckänderung keine Volumenänderung. Sie können jedoch eine Gestaltänderung erfahren. Gummi wird häufig als inkompressibel betrachtet, weil der Kompressionsmodul im Vergleich zum Schermodul sehr groß ist.

   04.05.2017

in situ:

  • ist ein lateinischer Begriff für „am (Ursprungs-) Ort“, „am Platz“, „an Ort und Stelle“

   04.05.2017

Istwert: S

  • tatsächlicher Wert (Bodenmechanik) steht für einen gemessenen Wert. Der Istwert soll dem Sollwert möglichst nahekommen. Im Idealfall gilt: Istwert = Sollwert.

   04.05.2017

Kunststoffmantelrohr: (KMR) S Fernwärmerohr

  • Für die gedämmten Rohrleitungen werden praktisch ausschließlich vorisolierte Rohre verwendet. Als technisch und wirtschaftlich überlegen haben sich Kunstoffmantelrohre (kurz KMR) erwiesen. Dies sind Rohre mit einem Aussenmantel aus Polyethylen und einer Wärmedämmung aus Polyurethan-Hartschaum.

   04.05.2017

kohäsiv-friktional rückverfestigend:

  • Rückverfestigung durch den stabilen Einbau des Zugabewassers in den Materialstrukturen des Flüssigbodens mit der Folge der zuerst beginnenden Ausbildung von Reibkräften (Friktion=Reibung) und später im rückverfestigten Zustand zusätzlich erhöhter Kohäsion zwischen den Bodenpartikeln der Flüssigbodenmatrix. Die Masse des Zugabewassers verbleibt in Form stabiler Bindungen im Material, wodurch auch bei nicht selbsttragenden Kornstrukturen (z. B. Ton) unter gleichbleibenden äußeren Bedingungen eine hohe Volumenstabilität des Flüssigbodens ermöglicht wird.

   04.05.2017

Kohäsion: S Haftfestigkeit (Bodenmechanik)

  • Kohäsionskräfte halten die Moleküle, z. B. die eines Wassertropfens, zusammen. Unter Kohäsion versteht man in der Bodenmechanik die Summe der die Bodenpartikel zusammenhaltenden Kräfte. Es sind Kräfte, die nur bei sehr kleinen Partikeln bzw. Korngrößen über deren (elektrostatische) Oberflächenreaktionen wirksam werden und damit zu einer bestimmenden
    Eigenschaft dieser Materialien werden, wie z. B. bei Ton (nicht mit Kapillarkohäsion von Sand zu verwechsel, die durch Kapillarkräfte in den Poren entsteht und bei Wassersättigung oder Austrocknung gegen Null geht und z. B. Ringspaltbildung bei in Sand gebetteten KMR auslösen kann).

   04.05.2017

Kontraktorverfahren: S Verfülltechnik unter Wasser (Tiefbau)

  • Der Flüssigboden wird dabei durch einen Trichter in ein Schüttrohr eingelassen, dessen unteres Ende stets unter der Oberfläche des frisch aufgeschütteten Flüssigbodens bleiben muss. Dadurch wird verhindert, dass sich der Flüssigboden mit der darüber liegenden Flüssigkeit vermischt. Das Schüttrohr muss während des Vorgangs stetig nach oben gezogen werden. Zu den Seiten hin ist eine dichte Verschalung erforderlich.

   04.05.2017

Kombischacht: S (Tiefbau)

  • Ganzheitlich ausgerichtete Infrastruktur-Konzepte zielen auf die Integration unterschiedlicher Rohre und Leitungen in einer gemeinsamen Trasse. Dies ermöglichen Kombischacht-Systeme durch das Aufnehmen von Schmutz- und Regenwasserleitung
    in einem Schachtbauwerk. Dadurch wird weniger unterirdischer Bauraum verbraucht und es kann in schmaleren Trassen gebaut werden.

   04.05.2017

komplexe Trassen:

  • Trassen mit gemeinsamer Führung mehrerer bis vieler Leitungen, Rohre der Ver- und Entsorgung.

   04.05.2017

Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG): S

  • ist das zentrale Bundesgesetz des deutschen Abfallrechts. Es regelt grundlegend den Umgang mit sowie die Sicherung der umweltverträglichen Bewirtschaftung von Abfällen und die damit gekoppelte Förderung der Kreislaufwirtschaft.

   04.05.2017

mechanische Lösbarkeit:

  • Durch Einbringung mechanischer Kräfte über entsprechende Hilfsmittel erfolgter Prozess der Aufhebung der Reibkräfte und Bodenhomogenität.

   04.05.2017

Mohrscher Spannungskreis: (Physik)

  • ist ein von Christian Otto Mohr entwickeltes Verfahren zur geometrischen Darstellung von Normal- und Schubspannungen innerhalb eines von Kräften und Momenten belasteten Querschnitts - hier des Querschnitts eines Prüfkörpers - in der
    Baupraxis des jeweiligen Bodenquerschnittes, der Belastungen standhalten soll.

   04.05.2017

Monitoring

  • ist ein Überbegriff für alle Arten der unmittelbaren systematischen Erfassung (Protokollierung), Beobachtung oder Überwachung
    eines Vorgangs oder Prozesses mittels technischer Hilfsmittel (zum Beispiel Langzeit- EKG) oder anderer Beobachtungssysteme. Dabei ist die wiederholte regelmäßige Durchführung ein zentrales Element der jeweiligen Untersuchungsprogramme, um anhand von Ergebnisvergleichen Schlussfolgerungen ziehen zu können (siehe auch Längsschnittstudie). Eine Funktion des Monitorings besteht darin, bei einem beobachteten Ablauf bzw. Prozess steuernd einzugreifen, sofern dieser nicht den gewünschten Verlauf nimmt bzw. bestimmte Schwellwerte unter- bzw. überschritten sind (siehe auch Regelungstechnik). Monitoring ist deshalb ein Sondertyp des Protokollierens.

   04.05.2017

Plastifikator: S

  • Der Zuschlagstoff, der die temporäre Fließfähigkeit eines Verfüllmaterials aus Boden etc. ermöglicht, wird als Plastifikator bezeichnet. Ein Plastifikator hat die Aufgabe, das Zugabewasser im fließfähigen Zustand des Flüssigbodens in der Bodenmatrix zu halten. Er ermöglicht somit auch die Bildung eines Wasserfilms bzw. von Gleitschichten zwischen den Bodenpartikeln und dadurch die temporäre Fließfähigkeit der entsprechenden Bodenmatrix. Als Plastifikatoren für Flüssigboden haben sich spezifisch veränderte Schichtmineralien bewährt.

   04.05.2017

puzzolanische Reaktion:

  • So bezeichnet man die chemische Reaktion von Calciumhydroxid und Siliziumdioxid zu Fließfähigkeit der entsprechenden Bodenmatrix. Als Plastifikatoren für Flüssigboden haben sich spezifisch veränderte Schichtmineralien bewährt. Calciumsilikathydraten. Sie ist von entscheidender Bedeutung für die Nachhärtung von Beton in einer Zeitspanne von Jahren. Die größte Festigkeit erreicht Beton dadurch erst nach mehreren Jahrzehnten. Für Flüssigboden eine ungewollte und daher durch Spezialkalt verhinderte Reaktion.

   04.05.2017

RAL:

  • RAL ist die unabhängige Institution, die für die Schaffung der RAL Gütezeichen zuständig ist. Für die Vergabe sind RAL Gütegemeinschaften verantwortlich. In diesen von RAL anerkannten Gütegemeinschaften haben sich besonders qualitätsbewusste Dienstleister und Hersteller zusammengeschlossen.

   04.05.2017

RAL Gütezeichen:

  • Nur solche Unternehmen erhalten das Recht zur Führung des RAL Gütezeichens, die sich freiwillig den strengen RAL Güte- und Prüfbestimmungen unterwerfen. Die Einhaltung dieser Bestimmungen wird durch die regelmäßige Eigen- und Fremdüberwachung sichergestellt. Derzeit existieren mehr als 160 RAL Gütezeichen für tausende Produkte und  Dienstleistungen. Sie werden von über 130 RAL Gütegemeinschaften vergeben, denen mehr als 9.000 Mitgliedsunternehmen aus allen Branchen der Wirtschaft im In- und Ausland angehören.

   04.05.2017

RAL Gütezeichen 507:

  • Das RAL-GZ 507 steht für neutral überwachte hohe Güte von Flüssigboden. Hierbei wird darauf geachtet, dass folgende Kriterien zutreffen. Für beliebige Arten von Bodenaushub können temporär in einen plastisch bis fließfähigen Zustand mit steuerbaren technologischen Eigenschaften versehen und anschließend mit den bauphysikalisch relevanten Eigenschaften des Ausgangsmaterials oder gezielt geänderten Eigenschaften wieder rückverfestigt werden. Die Vermeidung der Schaffung starrer, zwingender werden von über 130 RAL Gütegemeinschaften vergeben, denen mehr als 9.000 Mitgliedsunternehmen aus allen Branchen der Wirtschaft im In- und Ausland angehören. Fremdstrukturen, welche die Eigenschaften des Ausgangsmaterials überlagern, wodurch Fremdkörper unter Straßen und damit verbundene Schäden (Risse und Setzungen) vermieden werden.
    Keine Zugabe umweltschädlicher Zusatzstoffe und damit keine negativen Einflüsse auf den Wirkungspfad Boden und Grundwasser.

   04.05.2017

Refixierungsgrad: S Rückverfestigungsgrad (Bodenmechanik)

  • ist das Maß für die noch bestehende Restplastizität des Flüssigbodens.

   04.05.2017

Refixierungsverlauf: S

  • beschreibt den Verlauf der Rückverfestigung (Bodenmechanik) beim Flüssigboden.

   04.05.2017

Refixierungsgrad: S Rückverfestigungsgrad (Bodenmechanik)

  • ist das Maß für die noch bestehende Restplastizität des Flüssigbodens.

   04.05.2017

Reibungswinkel: S Winkel der inneren Reibung (Bodenmechanik)

  • ist der Winkel, unter dem ein Festkörper oder ein körniges Material belastet werden kann, ohne abzurutschen oder zu versagen.
    Er ist ein Maß für die Reibung und Rauigkeit ihrer Oberflächen (bzw. Glätte). Bei Schüttgut nennt man diesen Winkel für den dann wirkenden Sonderfall weitestgehend fehlender Kohäsion „Schüttwinkel“, bei einer Aufschüttung „Böschungswinkel“.

   04.05.2017

Relaxation: S Übergang (Bodenmechanik)

  • bezeichnet den Übergang eines Systems über Relaxationsprozesse in seinen Grundzustand oder in einen  Gleichgewichtszustand (häufig nach einer Anregung oder einer äußeren Störung). Zum Beispiel durch Veränderung von
    Temperaturen ausgelöste Dampfdruckveränderung, die über Diffusionsvorgänge zu partiellen Volumenveränderungen führen.
    In der Festkörperphysik und Oberflächenchemie wird das Vorliegen von veränderten Atomabständen an oder nahe der Festkörperoberfläche als (Oberflächen-)Relaxation bezeichnet. Hierbei handelt es sich jedoch nicht um einen dynamischen
    Relaxationsprozess im Sinne der oben gegebenen Beschreibung.

   04.05.2017

Rheologie: S Zeitabhängigkeit der Fließeigenschaften (Physik)

  • Sie beschreibt das Deformations- und Fließverhalten von Stoffen ohne Berücksichtigung der Stoffstruktur. Rheologie ist die Wissenschaft, die sich mit dem Verformungs- und Fließverhalten von Materie beschäftigt.

   04.05.2017

Rohdichte: S Raumgewicht (Physik)

  • Wird auch scheinbare geometrische Dichte genannt. Es definiert die Dichte eines porösen Festkörpers basierend auf dem Volumen einschließlich der Porenräume. Das Gegenstück zur Rohdichte ist die Reindichte. Reindichte und Rohdichte  nichtporöser Körper sind gleich. Der Quotient aus Roh- und Reindichte ist die relative Dichte. Die steigende Rohdichte wirkt sich bei Baustoffen in der Regel positiv auf den Schallschutz und negativ auf die Wärmedämmung aus.

   04.05.2017

Rohrverlegehilfe: S Arbeitsgerät (Tiefbau)

  • ist eine mechanische Vorrichtung zum zeitweise fixieren von Rohren im unverfestigten bzw. noch fließfähigen Flüssigboden im verfüllten Rohrgraben. Die Rohrverlegehilfe wird bei der Verlegung von einem oder von mehreren Rohre in beliebigen
    Dimensionen und Materialien in Flüssigboden als temporäre Sicherung gegen den Auftrieb und dessen Messung eingesetzt.

   04.05.2017

Schaufelseparator: S Siebschaufel (Baumaschine)

  • ist ein hocheffizientes Anbaugerät für Bagger und Radlader. Er ist hervorragend geeignet zur Aufbereitung von Böden. Er bereitet alle Bodenarten zur Herstellung von Flüssigboden optional auf. Es können Böden von Grobkies bis Ton verarbeitet
    werden. Körnungen > 30 mm werden während der Aufbereitung zuverlässig aussepariert. In speziell für die Flüssigbodenherstellung geeigneten Ausführungen können darüber hinaus gezielte Energieeinträge in die bearbeiteten Materialien erfolgen bis hin zu definierter Vermischung mit Kalk. Um so die für die Flüssigbodenherstellung benötigten Bodeneigenschaften optimal erzeugen zu können. (Zum Beispiel Aufschluss, Vermischung... usw.)

   04.05.2017

Schergerade: S Verbindung von Messpunkten (Bodenmechanik)

  • ist gekennzeichnet durch ihre Steigung – das ist der Reibungswinkel – und durch den Abstand, in dem sie die vertikale Achse schneidet – dieser Abstand stellt die Kohäsion dar. Somit ist die Schergerade die grafische Darstellung der Summe aus
    Kohäsionskraft und der durch die innere Reibung aufnehmbaren Kraft. in die bearbeiteten Materialien erfolgen bis hin zu definierter Vermischung mit Kalk. Um so die für die Flüssigbodenherstellung benötigten Bodeneigenschaften optimal erzeugen zu können. (Zum Beispiel Aufschluss, Vermischung... usw.)

   04.05.2017

Scherkraft: S (Mechanik)

  • Bei der Scherkraft handelt es sich um eine auf eine Fläche wirkende Kraft, deren Richtungsvektor parallel zu dieser Fläche liegt.
    hin zu definierter Vermischung mit Kalk. Um so die für die Flüssigbodenherstellung benötigten Bodeneigenschaften
    optimal erzeugen zu können. (Zum Beispiel Aufschluss, Vermischung... usw.)

   04.05.2017

schwimmende Verlegung: spezielle Bauweise
unter Wassereinwirkung (Tiefbau)

  • Bei der schwimmenden Verlegung werden Rohre und Leitungen mit Hilfe von Rohrverlegehilfen im Rohrgraben aufgehängt und positioniert. Danach wird der Graben mit Flüssigboden verfüllt. Bei dieser Bauweise ist es in der Regel nicht erforderlich, den Grundwasserstand abzusenken, da der Flüssigboden in der Lage ist, das Wasser im Kontraktorverfahren zu verdrängen.

   04.05.2017

Schwindung: S Volumenverringerung (Physik)

  • ist die Volumenänderung eines Materials, ohne dass Material entfernt und Druck ausgeübt wird. Schwindungen sind das Resultat von Trocknung, Abkühlung oder chemische bzw. physikalische Umbaumechanismen im Material.

   04.05.2017

Schwingungsentkopplung: S Dämpfung der Schwingungsübertragung (Physik + Tiefbau)

  • Schwingungen, beispielsweise aus dem Straßenverkehr, stellen ein beachtliches Gefahrenpotenzial für sensible Bausubstanz dar. Eine Möglichkeit zum aktiven Gebäudeschutz bietet Flüssigboden nach RAL-GZ 507 mit gesonderten Eigenschaften. Durch materialinterne Prozesse kann beim Flüssigboden Schwingungsenergie umgewandelt und damit absorbiert werden.
    Aber auch die geometrische Gestaltung der Einbaubereiche des Flüssigbodens, ihre Positionierung zum zu schützenden Bauwerk und andere Aspekte spielen bei der Erzielung eines optimalen Ergebnisses eine wichtige Rolle.

   04.05.2017

selbstverdichtend: ADJ (Physik)

  • ein Material erreicht eine tragfähige Festigkeit ohne mechanische Hilfsmittel oder zusätzlichen Krafteintrag. (Auf Grund des zeitweise fließfähigen Zustandes wird also eine optimale Lage der Partikel zueinander erreicht) Bei selbstverdichtenden
    Materialien wird die gleiche, oder in manchen Fällen auch höhere, Tragfähigkeit wie bei Verfüllbaustoffen erreicht, die von Hand verdichtet werden müssten.

   04.05.2017

Setzung: S Senkung (Physik)

  • Unter Setzung versteht man im Bauwesen und in den Geowissenschaften die langsame Senkung eines Bauwerks bzw. eines Gesteinskörpers durch allmähliche Verdichtung (Kompaktion) des Untergrundes. Ursache des Absinkens ist meist das Gewicht der darüber lagernden Massen, doch kann die Volumenverkleinerung auch durch Austrocknung, beispielsweise infolge
    einer Grundwasserabsenkung, und andere Schrumpfungsprozesse verursacht werden. Bei Bauwerken ist ein Großteil der Setzungen auf das Nachgeben von aufgelockertem oder aufgefülltem Erdreich bzw. des Baugrundes zurückzuführen. Ihr voraussichtliches Ausmaß kann abgeschätzt werden, wenn man die Bodenstruktur und die relevante/wirkende Bauwerkslast kennt. Als Setzung wird auch die Senkung von geschüttetem oder eingebautem Boden unter seinem Eigengewicht bezeichnet, was häufig bei unzureichend verdichteten Verfüllungen, verfüllten Leitungsgräben oder auch sehr häufig bei Dämmen beobachtet werden kann.

   04.05.2017

Sollwert: S angestrebter Wert (Bodenmechanik)

  • Bezeichnet allgemein den angestrebten Wert eines quantitativen Merkmales eines Systems, von dem der tatsächliche Istwert so wenig wie möglich abweichen soll. Der Sollwert wird von einem anderen System (z. B. Technik, Mensch) vorgegeben. Im Idealfall gilt: Istwert = Sollwert.

   04.05.2017

Spezialkalk: S Material (Tiefbau/Chemie)

  • Bei der Flüssigbodenherstellung verwendeter Kalk, gessen gesteuerte puzzolanische Reaktion so verläuft, dass eine Nachverfestigung durch gängige Kalkreaktionen minimiert bis vermieden wird.

   04.05.2017

Stabilisator: S Härter (Chemie)

  • Ein Zuschlagstoff, der die bereits durch einen Beschleuniger bewirkte Plastizität des in die Baugrube eingebrachten Flüssigbodens weiter herabsetzt und dadurch die Rückverfestigung mit den Ausgangseigenschaften des Bodens
    vorantreibt, wird als Stabilisator bezeichnet. Achtung: Zemente u. a. hydraulische Bindemittel sind als Stabilisatoren nicht geeignet, will man starre Fremdstrukturen im rückverfestigten Zustand vermeiden.

   04.05.2017

Stockhaltung: S Vorratshaltung (Bau)

  • Art einer logistisch gut beherrschbarer Bodenhaltung mit Trennung nach Bodenarten aber auch nach logistischen Prozessvorgaben.

   04.05.2017

Taktbauweise: S Bauabschnitte (Tiefbau)

  • Bei der einzelne, gleiche Arbeitstakte einen Arbeitszyklus mit hoher Effektivität ergeben.

   04.05.2017

Thixotropie: S Zustandsänderung durch Berührung oder einbringen kinetischer Energie (Physik)

  • Ist die rheologische Eigenschaft nichtnewtonscher Fluide, bei mechanischer Krafteinwirkung (Scherkräfte) ihre Viskosität zu reduzieren und bei Aussetzen der Energieeinwirkung diese wieder zu erhöhen. Diese Eigenschaft kommt auch bei bestimmten Böden vor und kann beim Flüssigbodenverfahren gezielt technologisch genutzt werden. Beispiele:
    1. Der sogenannte Ketchupflascheneffekt: Ketchup muss meist geschüttelt werden, bevor er aus der Flasche läuft und erholt sich erst über einen gewissen (kleinen) Zeitraum hinweg.
    2. Verhalten durch das Kneten bestimmter Knetmasse („Weichkneten“)
    3. Zahncreme soll, wenn sie aus der Tube gepresst wird, als hochpastöse Masse auf der Zahnbürste liegen. Durch den Eintrag der kinetischer Energie beim Putzen oder auch einer Vibrationszahnbürste verändert sich die Konsistenz der Paste. Bei Flüssigboden tritt Thixotropie nur zeitweise auf und verliert sich bei fortschreitender Rückverfestigung.

   04.05.2017

Triaxialversuch: S Druckversuch (Bodenmechanik)

  • Druckversuch an zylindrischen Boden- oder Gesteinsproben zur Bestimmung der Materialeigenschaften. Beim konventionellen
    Triaxialversuch wird der zylindrische Prüfkörper über seinen Umfang mittels einer Druckflüssigkeit und in axialer Richtung   (größte Hauptdruckspannung) durch eine Prüfpresse belastet. Um ein Eindringen der Druckflüssigkeit in den Porenraum des
    Probekörpers zu verhindern, wird dieser durch eine undurchlässige Membran aus Teflon, Gummi oder Metall abgedichtet.
    Der Triaxialversuch ist ein axialsymmetrischer Druckversuch an homogenen, kreiszylindrischen Probekörpern. Beim CU-Versuch handelt es sich um einen konsolidierten, undrainierten Versuch zur Bestimmung der Scherfestigkeit. Für die Ermittlung der Scherparameter sind Einzelversuche an mindestens drei gleichartigen Probekörpern durchzuführen. Jeder Einzelversuch besteht aus den Teilen: Sättigung, Konsolidation und Scherung

   04.05.2017

Umweltrecht: S (Recht)

  • Unter Umweltrecht versteht man die Gesamtheit der Rechtsnormen, die den Schutz der natürlichen Umwelt und die Erhaltung der Funktionsfähigkeit der Ökosysteme bezwecken.

   04.05.2017

Umweltökologisch:

  • Anmerkung: Der Bergriff umweltökologisch ist nicht klar definiert. Hier wird sich an die Vorgaben der RAL gehalten. Bei Unstimmigkeiten wenden Sie sich bitte direkt an die RAL.

   16.04.2018

Verbau: S Abstützung von Grabenwänden (Tiefbau)

  • Als Verbau werden bauliche Maßnahmen und Einrichtungen zur Abstützung und Sicherung von Graben-, Gruben-, Schacht- und Tunnelwänden sowie Stollenwänden und -decken im Bereich von Aufgrabungen, im Tief-, Tunnel-, Wasser- und Bergbau bezeichnet. In Österreich ist hierfür der Begriff Pölzung gebräuchlich, in der Schweiz Spriessung. Der Verbau sichert einen Hohlraum vor Einsturz, nachrutschendem Erdreich, eindringendem Wasser oder Erosion und schützt so Verkehrswege,
    Leitungsführungen, Arbeitsraum, Geräte und Menschen vor Gefahren und Beeinträchtigungen. Ausführung und Standsicherheit von Verbauen sind Gegenstand der Arbeitsschutzverordnungen und durch entsprechende Normen geregelt. Die unterschiedlichen Hohlräume mit ihren spezifischen Anforderungen führen zu speziellen Techniken. Der Bergbau hat dabei die längste Erfahrung und Tradition in der Ausführung von Verbauen, die Großprojekte im Tunnelbau haben zur aktuellen Weiterentwicklung der Technologien beigetragen. Im Bereich des Erdbaus, des Hoch- und Tiefbaus und der Leitungsverlegung lassen sich die eingesetzten Technologien grob nach zwei Gesichtspunkten unterscheiden: Beim Grabenverbau stützen einander die seitlichen Sicherungen ab, beim Baugrubenverbau wird der Verbau durch Rückverankerung oder Einspannung im Boden gesichert.

   04.05.2017

Verbauarten: S Abstützung von Grabenwänden (Tiefbau)

  • Beim Bau mit Flüssigboden sind bestimmte Verbauarten deutlich vorteilhafter für Qualität und Leistung als andere. Sie sollten daher projektbezogen ausgewählt werden.
  • Essener Verba: Dieser Verbau ist ein leicht geneigter Verbau mit Böschung und Rückverankerung. Die Sicherung der Böschung erfolgt durch senkrechte Doppel-IPB (mit Verbindungsblechen) alle 1,50 bis 2,00 m, die durch Ankerköpfe gehalten werden. Die
    Zwischenräume werden mit Maschendraht oder Rippenstreckmetall und Baustahlgewebe überdeckt. Die Zwischenräume werden mit Spritzbeton gegen Erosion geschützt.
  • Berliner Verbau: Dieser senkrechte Verbau wird z. B. im U-Bahn-Bau bzw. bei leicht zu entwässerndem Baugrund verwendet. I-Profile aus Stahl werden vor dem Aushub der Baugrube in den Boden eingerammt bzw. in Bohrlöcher eingestellt. Mit fortschreitendem Aushub der Baugrube werden dann die Fächer zwischen den einzelnen Trägern mit Bohlen oder Kanthölzern ausgefacht und verkeilt. Statt Holz können zur Ausfachung auch Stahlbetonfertigteile oder Kanaldielen verwendet werden. Der Abstand zwischen den Trägern beträgt im Allgemeinen 1,50 bis 3,00 m. Trägerbohlwände können durch horizontale Aussteifung oder durch rückwärtige Verankerung im Baugrund in ihrer Lage gehalten werden.
  • Hamburger Verbau: Dieser senkrechter Verbau wird z. B. im U-Bahn-Bau bzw. bei schwerem Baugrund und drückendem Wasser verwendet. Senkrechte I-Träger (IPB, IPE) mit mittig verkleideten, vertikalen Holzbohlen. Die Bohlen verbleiben als verlorene
    Schalung. Die I-Träger werden herausgezogen. Der Stahlbetontunnel ist zusätzlich mit einer Klebedichtung und einer  Mauerwerksschale versehen (2-schaliger Wandaufbau mit einer Gesamtdicke von 60 cm).
  • Verbauboxen: Bei Verbauboxen werden zwei großformatige Stahlverbauplatten als komplette Einheit in den bereit ausgehobenen Graben eingestellt und durch zwischen diesen angebrachte Spindeln gegen die Grabendwände gepresst. Bei Böden, die auch nicht vorübergehend über eine ausreichende Standfestigkeit verfügen, müssen die Verbauboxen mit dem Fortschritt des Grabenaushubs in den Boden eingedrückt werden.
  • Gleitschienen-Verbaueinheiten: Strebengestützte Gleitschienenpaare werden in den Graben eingestellt und anschließend die
    Verbauplatten in die Gleitschienen eingesetzt. Dies hat den Vorteil, dass die Verbautiefe während der Bauarbeiten angepasst werden kann.
  • Bohrpfahlwand: Bohrlöcher werden mit Ortbeton und Stahlbewehrung gefüllt. Diese Art des Verbaus hemmt die Erdbewegungen der Umgebung besonders. Ab größeren Höhen sind Rückverankerungen erforderlich. Es wird in drei Bauweisen unterschieden (überschnittene Pfähle, tangierende Pfähle, aufgelöste Wand mit Austrittsmöglichkeit für Wasser). Die Bohrpfahlwand ist auch aus Flüssigboden herstellbar, wenn die Eigenschaften auf die Anwendung hin eingestellt sind.
  • Schlitzwand (nach DIN 4126): Diese Art des Verbaus ist eine geschlossene Wand aus Stahlbeton oder Faserbeton bis zu 100 m Höhe. Parallel zum Aushub mit einem Schlitzwandgreifer wird der offene Schlitz mit Bentonit-Suspension verfüllt. Danach wird die Bewehrung abgesenkt und/oder betoniert. Der schwerere Beton sinkt zu Boden und verdrängt dabei die Bentonit-Suspension,
    welche oben abgepumpt wird. Die Schlitzwand ist auch aus Flüssigboden herstellbar, wenn die Eigenschaften auf die Anwendung hin eingestellt sind. 
  • Spundwand: Bei dieser Verbauart werden Spundwandbohlen aus Stahl nebeneinander in den Boden gerammt oder gedrückt. Die Bohlen sind dafür so geformt, dass sie ineinander greifen. Nach dem Einrammen kann die Baugrube ausgehoben werden. Je
    nach Tiefe müssen in gewissen Abständen Rückverankerungen oder Aussteifungen eingebracht werden. Spundwände können
    wasserdicht hergestellt werden. Durch Flüssigbodenbauweise vermeidbar, wenn die dafür möglichen Vorraussetzungen (seitens
    des Planers und der Flüssigbodeneigenschaften) abgesichert werden.

   04.05.2017

Verdichtung (klassisch):

  • Erhöhung der Lagerungsdichte der Bodenpartikel durch gezielten mechanischen Energieeintrag. Zum Beispiel mittels einer Rüttelplatte.

   04.05.2017

Verfüllbaustoffe:
(andere fließfähige)

  • Materialien zur Verfüllung von Ausgrabungen und Hohlräumen die sowohl in festem als auch in zeitweise fließfähigem Zustand sein können. In ihrem Endzustand können sie entweder frei von zwängenden Fremdstuckturen sein, oder durch solche in Ihren Eigenschaften bestimmt werden.

   04.05.2017

Viskosität: S Zähflüssigkeit (Physik)

  • Je größer die Viskosität, desto dickflüssiger (weniger fließfähig) ist das Fluid; je niedriger die Viskosität, desto dünnflüssiger (fließfähiger) ist es, kann also bei gleichen Bedingungen schneller fließen. Bei Flüssigboden ist hier entscheidend, ob er pumpfähig sein soll,oder direkt aus dem Fahrmischer verfüllt wird. Dafür müssen unterschiedliche Werte eingestellt werden.
    Der Begriff Viskosität geht auf den typisch zähflüssigen Saft der Beeren in der Pflanzengattung Misteln (Viscum) zurück. Aus diesen Misteln wurde der Vogelleim gewonnen. „Viskos“ bedeutet also „klebrig, zäh wie Vogelleim“.

   04.05.2017

Wintereinbau: S Bauen bei Temperaturen unter 0° (Tiefbau)

  • Möglichkeit Flüssigboden unter Einhaltung definierter Randbedingungen auch unter 0° C einbauen zu können. Flüssigboden ist auch bei Frost einbaubar. Die Temperaturen im ausgehobenen Graben reichen auch im Winter aus, um eine sichere Verfestigung
    zu gewährleisten. Der Flüssigboden soll auf Oberkante Erdbauplanum eingebracht werden, um anschließend eine korrekte Wiederherstellung von Frostschutz- und Tragschicht sicherzustellen. Sofort nach dem Verfüllen, also im noch fließfähigen Zustand, sollte der eingebrachte Flüssigboden mit Frostschutzmaterial abgedeckt werden.

   04.05.2017

Wirkungspfad Boden-Grundwasser:

  • Aus dem Grundwasser wird Trinkwasser gewonnen und es speist sich das Oberflächenwasser (Flüsse, Seen und noch nicht versickertes Niederschlagswasser). Schadstoffe aus Altlasten können auf verschiedenen Wegen zum Menschen gelangen
    und dadurch seine Gesundheit oder gar sein Leben gefährden. Grundwasser und Oberflächenwasser ist meistens durch  Schwebstoffe oder gelöste Schadstoffe verschmutzt und kann erst nach einer Wasseraufbereitung als Trinkwasser genutzt
    werden.

   04.05.2017

Wasserzementwert (W/Z-Wert): S Wasserbindemittelwert
(Chemie)

  • Er ist ein Kennwert der für Baustoffe mit hydraulischem Bindemittel entwickelt wurde. Der Wert beschreibt das Verhältnis zwischen der Masse des Anmachwassers und der Masse des Bindemittels einer Mischung. Insbesondere in der
    Betonherstellung ist er von hoher Bedeutung. Ein zu hoher oder zu niedrigerer Wert verschlechtert die Eigenschaften eines Betons. Vor allem die Druckfestigkeit nimmt ab, wenn der in der Mischungsberechnung zugrunde gelegte Wert nicht
    eingehalten wird. Heutzutage ist die Bezeichnung Wasserbindemittelwert unter Umständen treffender als Wasserzementwert. Das Bindemittel besteht nämlich in der Regel nicht nur aus Zement, sondern es werden auch Betonzusatzstoffe wie
    Hüttensand, Puzzolan, Flugasche, Kalkstein, Steinkohlenflugasche oder Silikastaub dem Portlandzement beigemischt, da diese billiger sind und manchmal sogar bessere Eigenschaften im Sinne der gewünschten Ziele ermöglichen. Diese Zusatzstoffe müssen im Gegensatz zu Betonzusatzmitteln in der Mischungsberechnung berücksichtigt werden. Die geforderten Eigenschaften sind zum Beispiel bei der Herstellung von Staumauern eine langsamere Erhärtung, um die bei der chemischen Reaktion entstehende Wärmeentwicklung zu reduzieren. Erreicht wird dies z. B. durch die Zugabe von Flugasche. Bei
    Flugasche spielt der W/Z-Wert dahingehend eine Rolle, dass sie zur Über- oder Unterschreitung des sogenannten Zementpunktes führt. Dadurch ist es unkontrollierbar, ob zwängende Fremdstrukturen entstehen oder vermieden werden.

   04.05.2017

Zementpunkt:

  • Bezeichnet den Grenzzustand bei dessen Überschreitung starre Fremdstrukturen entstehen und bei dessen Unterschreitung diese vermieden werden.

   04.05.2017

Zuschlagstoffe: S sind eine Gruppe von Bestandteilen eines Gemenges, das als Werkstoff verwendet wird. (Tiefbau)

  • Als Zuschlagstoffe werden beim Flüssigboden spezifische Plastifikatoren verwendet, Beschleuniger, spezifische Stabilisatoren, die als bodentypisch bezeichnet werden können, da sie aus Materialien bestehen, die im Boden auch in natürlicher Form vorkommen (z. B. Tonminerale), sowie Zugabewasser und gegebenenfalls Spezialkalk. Zusatzstoffe in Art und Menge, die die Bildung von makroskopischen, starren, miteinander vernetzten, festen die Eigenschaften des Ausgangsmaterials überlagernden und somit sehr verformungsarme Fremdstrukturen im Boden erzwingen, sind ungeeignet.

   04.05.2017